Im Weinberg

Nachdem die letzte Ernte eingekellert, das Material versorgt und St. Martin gebührend gefeiert wurde, beginnt das Jahr des Winzers mit den Winterarbeiten.

Alte Rebstöcke ausreissen, Boden bearbeiten und Mauern ausbessern. Nach dem ersten Frost ist der Saft in den Rebstock zurückgeflossen , und das Schneiden der Reben kann beginnen.

Ende März – anfangs April spüren Rebstöcke und Weinbauer den Frühling. Pflanzen, Boden aufbrechen, hacken und düngen stehen auf der Tagesordnung.

Im Mai schiesst die Rebe voll aus. Unnötige Schosse müssen ausgebrochen werden , um die Nützlichsten zu kräftigen; das nennt man hier allgemein „éplaner“ : ein erster Schritt zur Regulierung der Produktion.

Im Juni wächst die Rebe wie wild. Jede Ranke muss aufgebunden oder in Drähte geklemmt werden. Die entscheidende Zeit der Blüte beginnt – viel versprechend, aber auch beängstigend.

Im Juli – August wächst die Rebe etwa 5 – 10 cm pro Tag. Schneiden, Aufbinden und Ausbrechen der überzähligen Trauben wird nötig, um eine maximale Reife zu erreichen.

September ist ein ruhigerer Monat für den Winzer. Im Rebberg beobachtet man jetzt das Reifen der Trauben: sie wachsen und werden durchsichtiger. Die Arbeit konzentriert sich auf den Keller, wo das Material für das Wimmen und Pressen bereitgestellt wird.

In sehr warmen Jahren beginnt das Wimmen Ende September, meistens aber anfangs Oktober. Die Trauben sind reif; man kann sie pflücken und im Keller pressen. Der Winzer freut sich, wenn der Traubensaft fliesst - das Ergebnis der Arbeit eines ganzen Jahres.

 

©Genevaz - 2012